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Im LeLac nicht publizierte
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Grolley: Auberge de la Gare
unter neuer motivierter Führung

Muriel und Jean-Michel Diserens
Pierre Keller / Seit anfangs Januar 04 gibt es wieder
Leben in der Auberge de la Gare in Grolley. Nach aufwändiger Renovation
der ganzen Liegenschaft präsentiert sich das Lokal jetzt freundlich
und einladend. Das neue gastronomisch erfahrene Wirtepaar Muriel und Jean-Michel
Diserens (26, Chef de cuisine) prägen nun dem bekannten Lokal ihre
eigene Handschrift auf, was sich hauptsächlich im reichen Angebot
aus der Küche bemerkbar macht. Zu entdecken gibt es überraschende,
neue Rezepte und Spezialitäten aus einheimischen, marktfrischen Produkten
wie Fleisch, Fisch und Gemüse, von geübter Hand und mit viel
Fantasie auf nicht alltägliche Art präpariert und präsentiert.
Als besonders gäste- und familienfreundlich darf die originelle Kinderspeisekarte
gewertet werden, die den Kleinen und Kleinsten auf raffinierte Weise eine
ausgewogene Mahlzeit vorschlägt. Selbstverständlich fehlt im
Lokal auch der grosse Kinder-Stammtisch nicht, und dürfte voraussichtlich
von den kleinen Gästen rege genutzt werden!
Kurz, das neue Wirtepaar ist kompetent und hat eine ganze Menge guter
Ideen die es auch umzusetzen weiss. Die Preise für Tageskarte oder
Spezialitätenmenu sind stimmig, der Service zuvorkommend und sehr
freundlich. Die Auberge de la Gare wurde damit zum sympathischen Familienbetrieb
der es verdient, sich als gute Adresse beweisen zu dürfen.
Infos: Tel. 026 475 11 51
 
Jacques Peter, Lugnorre –
der stille Poet und seine donnernden Power-Musen

Pierre Keller / Kann denn Moto-Cross poetisch sein? Ja, kann es! Wir gewöhnlich
Sterblichen sehen nur die Umtriebe und hören den Lärm. Die Kehrseite
des lauten Spektakels ist eben die poetische Ader dieser harten Kerle
mit dem weichen Kern. Dann nämlich, wenn die Moto-Crossler und Free
Angels der Landstrasse, mit Schraubenschlüssel und Motorenöl
hinter verschlossenen Werkstatttüren zärtlich ihre Donner-Muse
küssen.
Die griechischen Mythologien kennen die 9 Musen der Kunst und der Wissenschaften,
aber, Jacques Peter (60) aus Lugnorre hat sich vorsorglicherweise deren
30 zugelegt. Sauber und chromfunkelnd stehen sie in Reih und Glied in
seiner Werkstatt. Ein stolzer Anblick, denn alle Maschinen sind Prachtstücke
aus dem letzten Jahrhundert! „Irgendwann vor 30 Jahren hat sich
das Sammeln und Restaurieren dieser alten Boliden eingestellt“,
erinnert sich Jacques Peter. Jede Maschine war Liebe auf den ersten Blick,
gesteht er. So hat der unermüdliche Liebhaber begonnen, zum Teil
dramatisch verwahrloste und heruntergekommene Vehikel von der Pike auf
zu restaurieren. Und seine, wertmässig heute nicht schätzbare,
Kollektion wuchs von Jahr zu Jahr. Den blassen Neid vieler Liebhaber dürfte
er sich mit seinen BSA Gold Star Maschinen – eine ganze Reihe Baujahr
1947-1961 - auf sich laden. Zugegeben, ihr Anblick lässt Motorrad-Herzen
höher schlagen, doch für keinen Preis würde sich Jacques
Peter von seinen geliebten Mätressen trennen; „bis dass der
Tod uns scheide“, lautet seine Devise.
Bei Jacques Peter zählen keine Stunden und keine Tage wenn es darum
geht, Originalität wieder herzustellen, sie mit mühsam zusammengesuchten
Ersatzstücken, oder sorgfältig selber hergestellten Einzelteilen,
zu garantieren. Dahinter steckt viel Liebe, Ausdauer und Ehrgeiz, denn
alle Räder, die seine Werkbank verlassen, sind fahrtüchtig und
zur Fahrzeugprüfung bereit. Mit Stolz fährt er die Prachtstücke
denn auch spazieren, nimmt an Töff-Treffen und Old-Timer Rallies
teil und trägt nicht selten einen begehrten Pokal nach Hause, der
mit vielen andern Auszeichnungen im Carnotzet für seine Freunde aufgereiht
steht.
Jacques Peter pflegt rege Freundschaften zu Töff-Club’s in
Frankreich, er besucht grosse internationale Treffen, tauscht und handelt
seltene Einzelteile zu Maschinen und Motoren, und selbstverständlich
kommen auch Rennpiste und Lebensfreude im Gaumen nicht zu kurz.
Dass viele Mädchen und junge Frauen diesen Sport lieben und auch
ausüben wundert nicht. Das Motorrad vermittelt eine andere Dimension
der Lebensfreude; aber bestimmt ist es die ungeteilte Liebe zur Kraft,
zur „puissance“, die oft auch Eigenliebe widerspiegelt. Dass
aber Power-Musen nicht in jedem Fall Engelslocken und Marlene Dietrichbeine
haben müssen, hat der Verfasser des Artikels bei Jacques Peter dazugelernt...!
Jacques gehört zu jenen beneidenswerten Idealisten die sich darauf
verstehen, aus Dreck, Lärm und aggressiver Lederkluft stille, besinnliche
Poesie zu machen...!
 
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