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Im LeLac nicht publizierte Artikel

Von Leuchtürmen, Wasserwanderern und Boatpeople:
Fluid Artcanal Le Landeron 2006/07

Die grösste Open-Space Ausstellung in der SchweizAm
6. Mai eröffnet Jean Frederic Jauslin, der Direktor des Schweizerischen
Bundesamtes für Kultur, offiziell die internationale Ausstellung
mit 45 Kunstschaffenden auf dem Zihlkanal. 15 koreanische, 15 deutsche
und 15 schweizer Künstlerinnen und Künstler zeigen auf Inseln
zwischen dem Bieler- und Neuenburgersee bis zum 6. August ihre Arbeiten
zum Thema Wasser.
Die Kunst schlägt einmal mehr Brücken zwischen Ländern,
Mentalitäten und Menschen, zwischen Natur, Wirtschaft und Kultur.
Unter der künstlerischen Leitung von Paul Wiedmer hat die dreiköpfige
Jury mit Liselotte Wirth Schnöller, Guido Magnaguagno und Reinhard
Spieler aus nahezu hundert eingegangen Vorschlägen im Januar 2006,
45 Kunstwerke für die Ausstellung ausgewählt. In den folgenden
vier Monaten haben die Kunstschaffenden ihre Ideen konkretisiert. Seit
Mitte April bauten sie die Kunstwerke im Hafenareal von Le Landeron auf.
Nach einer einmonatigen See(h)reise trafen am 26. April die Kunstwerke
aus Korea in Le Landeron ein. Nun präsentieren sich die künstlerischen
Ideen in einer wunderbaren Landschaft während 3 Monaten auf schwimmenden
Inseln entlang der Ufer des Zihlkanals bevor sie anschliessend die Reise
nach Korea antreten, wo sie in DaeJeon City ebenfalls auf einem Kanal
gezeigt werden. Die Wanderausstellung findet schliesslich 2007 auf dem
Spreebogen in Berlin ihren Abschluss.
Trotz Hochwasser
Nach dem Erfolg der ersten Ausstellung am Zihlkanal während der Expo
2002 hatten die Organisatoren den Entschluss gefasst die Ausstellung auf
dem Zihlkanal zu einer Triennale mit internationaler Beteiligung auszubauen.
In Korea und Deutschland fanden sich zwei Partnerländer, die sich
für diese Idee begeistern liessen. Es war kein Problem Künstlerinnen
und Künstler zu finden, die sich für das Projekt interessierten.
Dank der Unterstützung durch die Privatwirtschaft und die Öffentlichkeit,
insbesondere des Hauptsponsors Rado, der Co-Sponsoren BKW und Solar Max
(Sputnik) sowie der Kantone Bern, Neuenburg (Loterie Romand) und Pro Helvetia
konnte das Projekt finanziert werden. Mit grosser Ausdauer und einem akribischen
Engagement verfolgte das Organisationskomitee mit Pierre Liechti an der
Spitze, beharrlich das angestrebte Ziel am 6. Mai das interkontinentale
künstlerische Kooperationsprojekt Fluid Artcanal 2006/2007 eröffnen
zu können und trotzte dabei selbst dem Aprilhochwasser. Die Anstrengungen
haben sich gelohnt. Die Kunstwerke gefallen, provozieren, stören
und regen zum Nachdenken an.
Wasser inspiriert
Ein kleiner, weisser Kubus mit dem Schriftzug Hotel schaukelt auf den
langsam fliessenden Wogen des Kanals. Für einmal hat der Künstler
Heinrich Gartentor nicht nur die handwerkliche Umsetzung des Kunstwerkes
delegiert. Der als Schweizer Kulturminister bekannte Thuner hat Joung-en
Huh mit der Kreation des Kunstwerks beauftragt. Sie vertritt mit ihrer
Person alle drei Länder, die sich an der Ausstellung beteiligen.
Geboren und aufgewachsen in Südkorea, lebt sie heute in Deutschland
und ist gegenwärtig Stipendiatin in der Schweiz. Susanne und Ueli
Berger haben die Kunstinsel als ein schwimmendes Schachbrett ausgebaut,
auf dem die konventionellen Schachfiguren durch Oelfässer ersetzt
werden. Das Spiel mit den Oelfässern thematisiert in verspielter
Art das brisante globale Ringen um Energie und Ressourcen. Wasser und
Energie, Wasser und Macht haben zahlreiche andere Kunstschaffende ebenfalls
zum Thema genommen.
Fantasievoll und verspielt
Alfonso Hüppis Fisch speiender Kopf, Pavel Schmidts Wendeltreppe
mit den bekannten Ikonen, der Venus und der David Statue, Paul Wiedmers
Leuchtturm auf einer Vespa, das Spiel von MS Bastian mit Plüschfiguren,
unterschiedlicher könnten die Werke nicht sein. Trotz dem vorgegebenen
Thema waren der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Die Besuchenden erwarten
eine Vielzahl von verschiedenen künstlerischen Haltungen. Wunderschön
sind die verschiedenen Räume auf dem Wasser so zum Beispiel das auf
der Insel schwimmende Badezimmer im Massstab 1:1 einem Plattenbau der
DDR nachempfunden von Uwe Schloen. Mit ihrem Beitrag Boatpeoble erinnern
die deutschen Kunstschaffenden Suzanne und Albrecht Wild an die unzähligen
Opfer, die tagtäglich auf der Flucht in eine bessere Welt auf dem
Wasser auf der Strecke geblieben sind. Der junge koreanische Künstler
Chun Sung-Myong entführt die Besuchenden mit einem Fabelwesen in
eine Märchenwelt.
Drei Länder eine Wanderausstellung
Obwohl mit Künstlerinnen und Künstlern aus Korea, Deutschland
und der Schweiz sich Menschen mit deutlich unterschiedlichen Mentalitäten
künstlerisch äussern bedarf es einer präzisen Betrachtung
um die Herkunft der verschiedenen Kunstwerke auszumachen. Trotz den unterschiedlichen
künstlerischen Ansätzen präsentiert Artcanal mit den 45
Kunstinseln eine spannende, ganzheitlich wirkende Ausstellung mit aktuellen
künstlerischen Positionen zum Thema Wasser in einer einzigartigen
Umgebung.
Die Ausstellung dauert bis zum 6. August und kann jederzeit besucht werden.
www.artcanal.ch
 
Cudrefin: eine Pension der besonderen Art
Wo Tiere gerne Ferien verbringen

v.l.n.r Janina Merkle, Sabine und Therese Messmer
Otto Vonlanthen / In der "Alten Mühle"
in Cudrefin gibt es eine Hunde- und Katzen-Pension. Sie wird seit 18 Jahren
von Therese Messmer geführt. Um diese "Alte Mühle"
gibt es Blumen, eine Parkanlage und viele Bäume. Besucht man diese
Pension, hört man zuerst viel Hundegebell, dann aber kommt die freundliche
Begrüssung von Sabine Messmer und Janika Merkle. Diese beiden jungen
Damen nehmen die Hunde und Katzen in Obhut. Seriöse und liebevolle
Behandlung ist ihr oberstes Gebot. Leute, die in die Ferien fahren, bringen
ihre Lieblinge von weit her nach Cudrefin. Für die vielen treuen
Kunden ist das Messmer-Team sehr dankbar.
 
Umsteiger des Jahres:
Von 48'600 PS auf 1 PS

Jürg Witschi mit Pferd
Interview mit Oberst Jürg Witschi
Jürg Witschi war massgeblich an der Evaluation des F/A-18 beteiligt
und wurde 1996 Chef SIM F/A-18. Vom 1.5.2000 bis Ende Juni 2006 war er
Kommandant Luftverteidigung. Am 30. Juni wird Oberst Jürg Witschi
pensioniert. Oberst i Gst Felix Stoffel aus Murten wird sein Nachfolger.
Wir haben kurz vor seiner Pensionierung mit Jürg Witschi gesprochen.
Der grosse Technologiesprung, die Verlagerung zum Professionalismus und
die Verlagerung vom reinen Inlandeinsatz zur internationalen Korporation
haben Jürg Witschi geprägt.
LeLac: Als Pilot flogen Sie mit dem 16 Tonnen Schub F/A-18 (48'600 PS)
und jetzt reiten Sie ein 1PS-Pferd. Ist dies nicht langweilig?
Jürg Witschi: Überhaupt nicht, die Technologie ist sehr berechenbar,
fast mathematisch und ein Pferd hat sein eigenen Charakter und ist nicht
mathematisch berechenbar. Es ist eine neue Herausforderung.
1996 wurde die F/A-18 in der Schweiz eingeführt.
Hat sich diese Wahl bewährt?
Sehr. Wir sind heute mit unserem Flugzeug europaweit immer noch in den
Spitzenrängen. Der Vorteil der Flugzeuge dieser Generation besteht
darin, dass ca. alle 2 Jahre via eine Softwareänderung die Leistungen
wesentlich verbessert werden können. Dies garantiert gute Leistungen
bis ans Ende der zu erwartenden Lebensdauer von ungefähr 30 Jahren.
Was haben Sie als Chef der Sparte Luftverteidigung
für eine Aufgabe?
Ich bin für die mittel- und langfristige Planung der Ausbildung im
Bereich Luftverteidigung verantwortlich, definiere die Trainingsvorgaben,
plane die Einsätze im Ausland und bin für die Personalplanung
und Koordination verantwortlich.
Wie viele Profi- und Milizpiloten sind heute und wie
viele waren früher im Einsatz der Schweizer Flugwaffe und wie viele
Militärjets sind heute noch im Einsatz?
Vor 15 Jahren hatte die Schweizer Flugwaffe noch ca. 400 Kampfflugzeuge,
heute haben wir noch 33 F/A-18 und 45 Tiger. Die F/A-18 werden von ca.
60 Profipiloten und die Tiger von ca. 60 Milizpiloten geflogen.
Was unterscheidet einen Milizpiloten vom Profipiloten?
Ein Milizpilot ist 6 Wochen pro Jahr im Einsatz und absolviert 50 Flugstunden.
Ein Profipilot demgegenüber absolviert zwischen 120 und 150 Flugstunden.
Diese Stundenzahl ist nötig, um das vielseitige Waffensystem F/A-18
optimal einsetzen zu können. Der erste Jet, den ich geflogen habe,
war ein Vampir. Dieser hatte noch eine Holznase und benötigte einen
Schreiner auf dem Flugplatz. Der Einsatz dieser einfach ausgerüsteten
Flugzeuge verlangte vom Piloten 80% seiner Aufmerksamkeit für das
Fliegen und die Navigation und 20% für den Waffeneinsatz. Bei den
heutigen Flugzeugen ist im Bereich Fliegen und Navigation vieles stark
erleichtert. Dafür stellen die Bewältigung der Informationsflut
in sehr kurzer Zeit und der vielfältige Waffeneinsatz eine grosse
Belastung dar.
Was hat sich in dieser Zeit militärisch oder politisch
geändert?
Während meiner ganzen Jugend war die Situation des kalten Krieges
mit einer klaren Aufgabe. Heute hat sich die Lage völlig in Richtung
Einsatz für die Völkergemeinschaft verlagert. Bis 1984 haben
wir nie mit dem Ausland kooperiert. Ab 1985 hat die internationale Zusammenarbeit
begonnen. Heute gehören die grenzüberschreitenden Massnahmen,
wie der Kampf gegen Terrorismus, zu den wichtigsten Aufgaben. Mit sämtlichen
umliegenden Ländern haben wir Verträge und können grenzüberschreitend
zusammen arbeiten. Bei Flugzeugentführungen ist die grenzüberschreitende
Zusammenarbeit sehr wichtig. Der Luftraum wurde während dem World
Economic Forum, dem G8 in Evian, geschützt und so wird es auch während
dem Euro08 sein. Auch Radarinformationen werden in kritischen Situationen
grenzüberschreitend ausgetauscht. Die Schweizerische Luftverteidigung
hat heute eine Luftpolizeiaufgabe im Verbund mit den umliegenden Ländern.
Welche Jets müssen nächstens ersetzt werden?
Die FA/18 haben wir 1996 eingeführt, diese müssen sicher nicht
vor 2030 ersetzt werden. Der Tiger, welche 1979 eingeführt wurden,
müssen in ungefähr 10 Jahren ersetzt werden.
Welcher Jet könnte den Tiger ersetzen?
Mögliche Kandidaten sind unter andern der Euro Fighter (D/E/I), der
Grippen (S) oder der Raphale (F).
Was war in dieser Zeit ihr persönlicher schwierigster
Entscheid?
Als ich 28 Jahre alt war, musste ich mich entscheiden, ob ich weiterhin
als Militärpilot oder zur Swissair als Linienpilot wechseln wollte.
Jürg Witschi, wir danken Ihnen für das Gespräch
und wünschen Ihnen viel Spass beim Reiten.
Oberst Jürg Witschi: 29.2.1948
Funktion: Chef Sparte Luftverteidigung
Hobby: Reiten
Lieblingsessen: Fleisch
Lieblingsgetränk: Rotwein
Wohnhaft: seit 1975 im Vully
Arbeitsort: bis Ende Juni 06: Militärflugplatz Payerne
 
Vallamand:
Das Restaurant Le Vully ist wieder offen

Benoît Raemy, Monica Garcia, Jean-Pierre Berthonneau
Seit dem 17. Mai ist das Restaurant Le Vully in Vallamand
wieder geöffnet. Raymond Amiet, Besitzer der Anlage, führte
von April bis Oktober 04 das Restaurant mit einem eigenen Team und suchte
einen Pächter, der sein Restaurant übernehmen würde. Benoît
Rémy, der mit seinem Partner LAtelier Gourmand
führt, führt ab sofort mit seinem Team Le Vully. LAtelier
Gourmand aus Neuenburg bietet einen Traiteur-Service für Private
und Firmen an.
Ich will meinen Bekannten aus Neuenburg zeigen, dass es am Murtensee
auch schön ist sagt uns Benoît Rémy, der besonders
viel Wert auf eine gepflegte Präsentation der Gerichte und einen
guten Service legt. Neben den Fischspezialitäten findet der Gast
im Angebot eine mediterrane Küche mit Frischprodukten. Das Käsefondue
wird auf der Terrasse serviert. Neben den Weinspezialitäten sind
auch einige Spezialitäten aus Neuenburg auf der Weinkarte. In der
Apéro-Ecke werden frische Cocktails (mit oder ohne Alkohol) gemixt.
Besonders attraktiv ist der Strand direkt am See, wo den Gästen etwas
zu trinken und dazu eine Kleinigkeit zu essen serviert wird. Gleich daneben
ist der Spielplatz, wo sich die Kinder austoben können, bevor sie
eine feine Glace essen.
Restaurant Le Vully
Spezialitäten: Pot-au-feu rafraîchi du Sud, Matelote de poissons
du Lac, Rarette de Boeuf à lEchalote, Soufflé glacé
du Val-de-Travers, Sulpicon d Ecrevisses sur Panaché.
Öffnungszeiten: Mi-So ab 10h
Tel. 026 677 35 00
 
Buchvernissage
Mykologe John Schopfer, Jeuss

Pierre Keller / Nach jahrelanger, minutiöser Arbeit
und Forschung endlich der grosse Augenblick: Das Werk wechselt aus der
Hand des Autors in die Öffentlichkeit. Ca. 50 Gäste darunter
Beatrice Senn-Irlet, Présidente de la Commission Scientifique Suisse,
les autorités communales et les sociétés des Mycologues
de Fribourg et du Seeland würdigten an der Buchvernissage
im Restaurant Jäger in Jeuss die grosse Arbeit des bekannten Mykologen
John Schopfer. Was wir gerne lecker zubereitet auf dem Teller sehen, fand
beim Autor den Weg unter das Mikroskop. Aus dieser Optik wird die fast
unerschöpfliche geheimnisvolle Welt der Pilze in seinem Buch faszinierend
dargestellt. Un autre regard, une autre approche du champignon,
erläutert der Autor sein Werk. In der Tat öffnet sich in seinem
luxuriös ausgestatteten Bildband eine reiche, vielfältige, uns
oft noch unbekannte Welt. Graue Theorie und Wissenschaft sind für
einmal lebendig und unterhaltsam dargestellt und erläutert; das Interesse
des Lesers wächst von Seite zu Seite, von Kapitel zu Kapitel. Das
Buch beantwortet viele Fragen aus dem Reich der Mykorrhizen, liefert messerscharfe
Analysen und fordert zu Streitfragen unter Kennern und Wissenschaft heraus.
Viele, vom Autor selbst entdeckte, noch nicht identifizierte Arten fanden
so zu einer ersten Bestimmung. Die beeindruckenden Fotos wie auch die
ergänzenden Zeichnungen von Mikrobefunden stammen vom Autor. Ein
wissenschaftliches Buch, das aber auch für den Laien ansprechend,
verständlich und übersichtlich abgefasst ist.
Der Bildband <Champignons sans noms> (Eigenverlag) kostet Fr. 145.
Infos: johnschopfer@bluewin.ch
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