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Bellechasse

Kunstwerk – als Hilfe zur Wiedereingliederung

Benoît Casagrande vor seinem Kunstwerk

Im Herbst 07 soll in den Anstalten von Bellechasse mit dem Bau eines neuen Gebäudes für den vorzeitigen Strafvollzug für 40 Insassen und einer neuen Sporthalle begonnen werden. In der Eingangshalle zum neuen Gebäude steht seit kurzem ein Kunstwerk, ein Brunnen, der die Insassen sowie die BesucherInnen zum Nachdenken animieren soll. Das Kunstwerk wurde von Benoît Casagrande kreiert, der zu acht Jahren Haft verurteilt wurde. In den Anstalten von Bellechasse werden viele Renovations- und Unterhaltsarbeiten von den Insassen realisiert. Dies nicht zuletzt, um den Insassen die Wiedereingliederung ins Zivilleben und in die Arbeitswelt zu erleichtern.

Casagrande will Patent anmelden
Im Gespräch mit Paul-André Morandi, Vize-Direktor, und dem Ex-Drogenkonsumenten Benoît Casagrande wird einem klar, wie wichtig der Kontakt zwischen den Chefs der Sektoren, den Wärtern und den Insassen ist, damit die Insassen überhaupt wieder eine Chance haben, sich für die Zukunft aufzubauen. „Ohne die interne Hilfe und die Unterstützung meiner Familie, hätte ich es nie geschafft, die grosse Depression zu überwinden. Jetzt glaube ich wieder an die Zukunft“ betont Casagrande. Casagrande konnte in seiner Zelle arbeiten und ein neues Material für die Herstellung von Keramikplatten entwickeln. „Wir haben Casagrande die Möglichkeit gegeben, dieses Material zu entwickeln und werden ihm auch dabei helfen, dieses Material auf den Markt zu bringen“, so Paul-André Morandi. Casagrande will ein Patent für die Zusammenstellung und die Produktionsart dieser neuen Keramikplatten anmelden. Der Brunnen, der seinen persönlichen Kreuz-Weg illustriert, wurde mit den von ihm entwickelten gefrier- und hitzebeständigen und undurchlässigen Keramikplatten hergestellt.

 

Roger Gerster

In der Galerie du Château d’Avenches



Pierre Keller / Kein grosser Maler ist nur mit Technik, Originalität und vielen Ausstellungen gross geworden. Wenn ich nun mit Roger Gerster von einem grossen Maler rede, dann mit Begründungen die über bildhafte Äusserlichkeiten und Darstellungen hinweg gehen. Seine Gemälde finden die verschlungenen Wege von der reinen Optik bis zur subtil festgehaltenen Vision, die jedoch in keinem Bild ihren Ursprung verleugnet. Das Erahnen des Urbildes in seiner wiedergegebenen geistigen Version schafft grosse Anreize und Assoziationen an seine Betrachter. Geprägt von der Geometrie und den Farben einer immer erkennbaren Landschaft, wird mit differenzierter Technik erdnahe Substanz vermittelt.
Roger Gerster malt nicht abstrakt sondern abstrahierend. Das ist ein grosser Quellenunterschied und entscheidend für die Umsetzung vom Motiv oder Objekt zur künstlerisch-bildlichen Darstellung desselben. Gerster’s Bilder sind magische Aussagen über eine profane, alltägliche Sicht und Erkenntnis. Mit seiner ihm eigenen Technik schafft er faszinierende Eindrücke, die den Betrachter nachhaltig zu beschäftigen vermögen; das heisst: die Transition des Sujets zum Bild wird vom Künstler an den Betrachter übertragen und von diesem weitergeführt; damit wird er eingebunden in die Entstehung und letztendliche Aussage des Bildes - die Arbeit findet über den Betrachter zu ihrer letztgültigen Identität. Eine objektive Kritik der ausgestellten Werke kann deshalb nur über technische Belange geführt werden und diese beherrscht Roger Gerster auf absolut meisterlichem Niveau. Und deshalb wurde aus meiner beabsichtigten Kritik plötzlich eine völlig unbeabsichtigte Laudatio...
Die Ausstellung in der Galerie du Château d’Avenches dauert noch bis zum 29. Oktober 2006. Prädikat: sehr wertvoll!

 

 



Fragen an: Claudia Lutz, Sugiez (CVP)

Warum sollen die WählerInnen Sie in den Grossrat wählen?
Da ich erst seit zwei Jahren vom Bündnerland nach Sugiez gezügelt bin, bringe ich etwas Distanz mit. Bin aber sehr an der Weltpolitik und an dem was hier passiert interessiert. Wenn ich mich engagiere bin ich mit Herzblut dabei. In meiner Arbeit bin ich daran gewöhnt, dass ich den Menschen zuhöre, aber auch Ideen durchbringe. Es ist schwierig, denn ich kann nicht sagen, wenn ich gewählt werde, gibt es als Beispiel überall Velowege.

Was wollen Sie für den Seebezirk bewirken?
Als ich hierher kam hatte ich das Gefühl, dass es im Seebezirk eine richtige Einheit hat. Je länger ich mich hier engagiere, merke ich, wie verschieden die Interessen sind, sei es von der Sprache her, wir sagen immer, dass wir zweisprachig sind, dies sagen wir im Bündnerland auch. Meine Idee wäre, dass sämtliche Grossräte aus dem Seebezirk ein gemeinsames Projekt durchsetzen. Im Tourismus - wir haben eine wunderschöne Region, aber seit der Expo.02 glaube ich, ist alles etwas versandet. Oder die Gewerbezone vorausdefinieren, bevor die Firmen kommen.

Was wollen Sie für den Kanton bewirken?
Der Kanton Freiburg hat ein ausgezeichnetes Bildungswesen, nur weiss man dies nicht. Es ist die Frage, ob man im Grossrat etwas machen kann, dass dies auch bekannt wird. Ich denke schon. Jetzt haben wir einen Bundesrat, es sollte doch noch andere Dinge geben, die den Kanton attraktiv machen. Vielleicht sollte man ein Netzwerk bilden, so dass Auswärtige das Angebot des Kantons besser finden. Der Kanton hat eine schöne Homepage, aber man findet die Sachen nicht. Warum kann man die Informationen nicht vereinheitlichen. Wenn ich ins Graubünden gehe, muss ich allen erklären, was der Kanton alles zu bieten hat. Umgekehrt, hier kennt jeder St. Moritz, Davos usw. Hier haben wir den Schwarzsee, das Gantrischgebiet, das teilweise schon im Kt. Bern ist, wir haben wunderschöne Tourismusgegenden, wie den Jaunpass oder unsere Gegend, aber Auswärtige kennen besser das Berner Oberland oder das Wallis.

Wer soll als Oberamtmann im Seebezirk gewählt werden?
Ich kann keinen Namen nennen. Aber ich habe von gewissen Vorfällen im Bezirk gehört, wo nicht oder zu spät reagiert worden ist. Ich sage jetzt nicht Vetterliwirtschaft, denn ich kenne die Geschichte zu wenig.

Bernadette Hänni (SP See) ist Staatsratskandidatin. Soll Sie gewählt werden?
Habe einen guten Eindruck von ihr. Die Frage ist, soll Murten wieder eine Staatsrätin haben. Da ich im Vully wohne, bin ich hin und her gerissen.

Welche StaatsratskandidatInnen sollen gewählt werden?
Mir persönlich gefällt Isabelle Chassot am besten, auch Beat Vonlanthen ist eine gewinnende Person, die mir gefällt.

Wie viele Gemeinden hat der Seebezirk?
(Claudia Lutz lacht und zählt) Ich bekomme die Antwort nachher von Ihnen, ich meine etwa 20.
(26 wären richtig)

Wie viele Einwohner haben der Seebezirk und der Kanton?
Vom Graubünden wüsste ich es. Würde sagen, etwa 100'000 im Kanton Freiburg… (und lacht als sie hört, dass es über 250'000 sind)


Name: Claudia Lutz
Alter: 32
Wohnhaft: Sugiez
Beruf: Systems Engineer
Politische Ämter: Nationalratskandidatin JCVP GR (95 + 99)
Andere Ämter: Dirigentin Kinderchor Murten, Vorstand Cäcilia, CVP-See
Politisches Vorbild: Gandhi
Hobbys: Sport (Velo), Inlineskating, Langlauf, Fechten
Lieblingsessen: Käse mit einem guten Glas Vully
Lieblingsgetränk: Wasser



Fragen an: Jean-François Chenaux, Praz (FDP/PLR)

Warum sollen die WählerInnen Sie in den Grossrat wählen?
Ich liebe diesen Bezirk und den Vully, wo ich seit meiner Kindheit wohne. Ich würde gerne diesen Bezirk in Freiburg vertreten und ihn best möglichst verteidigen. Es ist aber vor allem wegen der grossen Liebe, die ich für dieses Stück Land - für Murten und den Vully - habe.

Was wollen Sie für den Seebezirk bewirken?
Ich glaube, dass man die Umsetzung der Spitalplanung unterstützen muss. Da müssen wir vom Bezirk sicher mit dem Kanton über gewisse Probleme verhandeln und nichts verpassen. Wir müssen uns auch um die künftige Aufgabenverteilung zwischen dem Kanton und den Gemeinden kümmern und genau sehen, wer was machen und wer welchen Aufwand übernehmen muss. Auch würde ich gerne die Ausbildung und Berufsbildung fördern, d.h. Lehrstellen schaffen und nicht die Ausbildung von Ärzten fördern. Es ist wichtig, dass Unternehmen und Gemeinden Lehrlinge anstellen, im Vully gibt es einige davon, die Lehrstellen geschaffen haben.

Was wollen Sie für den Kanton bewirken?
Der Bund hat 120 Mio. Franken für Krippen zur Verfügung gestellt. Ich glaube, dass Auffangstrukturen für Kleinkinder verbessert werden müssen wenn die Frauen auch wirklich am Berufsleben teilnehmen wollen. Man darf aber nicht alles vom Staat verlangen. Ich glaube, dass der Kanton die Steuern auf das Mittel der Schweiz reduzieren muss. Für die Region will ich das Strassenproblem von Bern nach Neuenburg lösen. Der ganze Verkehr fährt bei uns vorbei und ist für die Menschen, die an dieser Strasse wohnen, nicht zumutbar. Man müsste die Autobahn, die in Kerzers aufhört, mit der Schnellstrasse von Ins verbinden. Der Bund will Subventionen für Bildung und Forschung reduzieren. Wir müssen unbedingt darauf achten, dass unsere Hochschule und die Forschung nicht darunter leiden. Ich hatte mich sehr dafür eingesetzt, dass sich AMGEN hier statt in Irland niederlässt und bin über den Entscheid für Irland enttäuscht. Die regionale Landesplanung muss so sein, dass wir in Zukunft nicht noch mehr Firmen verlieren, die bei uns investieren wollen.

Wer soll als Oberamtmann im Seebezirk gewählt werden?
Als FDP-Mitglied denke ich, dass der heutige Oberamtmann gewählt werden soll. Die Gemeinde Bas-Vully hatte mit ihm Probleme, insbesondere mit den Beschwerden gegen die Wasserreinigungstaxen. Doch kann man die ganze Schuld nicht ihm zuschieben, denn die Gerichte hatten lange, bis sie entschieden. Dies verstehe ich.

Bernadette Hänni (SP See) ist Staatsratskandidatin. Soll Sie gewählt werden?
Persönlich bevorzuge ich Herrn Lässer, auch wenn dieser nicht aus unserem Bezirk kommt. Ich kann hier keine Sozialistin unterstützen.Welche StaatsratskandidatInnen sollen gewählt werden?
Die FDP und CVP haben eine Allianz. Deshalb wähle ich die Liste der FDP und CVP.

Wie viele Gemeinden hat der Seebezirk?
(J.-F. Chenaux lacht und sagt) Vielleicht 18.
(26 ist richtig)

Wie viele Einwohner haben der Seebezirk und der Kanton?
160'000 – keine Ahnung.
(Schätzung 05: 253’954)


Name: Jean-François Chenaux
Alter: 58
Wohnhaft: Praz
Beruf: kaufmännischer Angestellter
Politische Ämter: Syndic du Bas-Vully
Andere Ämter: keine
Politisches Vorbild: de Gaulle
Hobbys: Geschichte
Lieblingsessen: Filet mignon mit Morcheln
Lieblingsgetränk: Vully-Wein

 

 

 

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30.1.2012
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